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| Beschreibung |
Work Changes Gender befasst
sich mit der gegenwärtigen Umbruchsituation in männlichen Arbeitsverhältnissen, den
damit einhergehenden Zusammenhängen zur Veränderung des männlichen
Selbstverständnisses und den darin enthaltenen Möglichkeiten für die Gleichstellung der
Geschlechter. Ausgangspunkt ist die rapide Verringerung der unbefristeten Vollzeitstellen
bei Männern. |
| Ziel des Forschungsprojektes |
Ziel von Work Changes Gender ist es, das Spannungsfeld von
neuen Arbeitsformen, individueller Lebensgestaltung von Männern und der
Geschlechterbeziehungen in den am Forschungsprojekt beteiligten Partnerländern zu
analysieren. Hierbei werden Umgangsweisen und Strategien von Männern analysiert, die das
Verhältnis der Geschlechter im Sinne der Gleichstellung, mehr Lebensqualität von
Männern und Frauen und individueller Zufriedenheit verbessern. Neue Lebensbedingungen
erfordern Entscheidungen und bewirken damit Veränderungen. Diese neuen Lebensumstände,
vor allem die Arbeitsumstände, sind es, die wir im Rahmen unserer Analyse als
entscheidende Wegbereiter für männliche Transitionsprozesse betrachten. |
| Ergebnisse |
Neue Arbeitsformen Männliche
Erwerbsverläufe ähneln immer deutlicher den Erwerbsverläufen von Frauen. Weniger als
50% aller männlichen Arbeitskräfte Europas arbeiten in einem Normalarbeitsverhältnis.
Männer im Normalarbeitsverhältnis sind zur Minorität geworden - "normal" ist
mittlerweile die Vielfalt der Erwerbsmuster.
Neue Lebensformen
In der Untersuchung zeigen sich drei wesentliche Motive arbeitsbezogener Veränderungen
und damit einhergehender Entwicklungsprozesse männlicher Selbstbilder. Kinderbezogene
neue Lebensumstände, die Unterstützung des beruflichen Fortkommens der/s Partnerin/s und
die Erhöhung der Lebensqualität tragen dazu bei, dass Männer ihr Leben und ihre Arbeit
aus einer veränderten Perspektive betrachten. Die Lebensformen der befragten Männer
reichen von Alleinerziehenden, Singles, (Ehe-)Paaren, Lebensgemeinschaften wie
Wohngemeinschaften bis zu homosexuellen und heterosexuellen
"Living-apart-together-Paaren". Diese Lebensformen führen zu unterschiedlichen
Arbeitsverteilungen in diesen Gemeinschaften und auch zu neuen Formen der emotionalen
Reproduktion.
"Allein unter Müttern"
Die neuen und vielfältigen Anforderungen und Veränderungen im Rahmen der
Familienarbeit führen bei Männern zunächst zu starken Verunsicherungen. Auf dem
Kinderspielplatz, "allein unter Müttern", werden aktive Väter als Exoten,
Ausnahmen usw. wahrgenommen. Aus dementsprechenden Reaktionen fühlen sie sich in ihrem
Selbstverständnis als Mann verunsichert und deplaziert ("Misplacement"). Dies
wird im späteren Verlauf durch Reflexion und die Veränderung der sozialen Kontakte und
Netzwerke bewältigt.
In Deutschland und Österreich wirkt sich ein sehr ausgeprägtes traditionelles
Familienbild, verbunden mit einer geschlechterdualistischen Arbeitsteilung, erschwerend
aus - hier haben die Männer mit ideologischen Stereotypen zu kämpfen.
"gender means women" - Männer im Gleichstellungsprozess
Geschlechtergleichstellung in den Unternehmen bedeutet hauptsächlich Frauenförderung.
Männer werden selten oder gar nicht erwähnt. Auch Gender Mainstreaming Prozesse werden
im allgemeinen mit Blick auf Frauen überlegt. Die ideologische Regel dazu lautet:
"Gender means women".
- Männer in unüblichen Arbeit(zeit)modellen bzw. in Karenz sind Pioniere in
traditionellen Unternehmen, Pioniere, die in der Regel sich selbst überlassen bleiben.
- Anders sieht die Situation für Männer mit alternativen Lebens- und Arbeitsentwürfen
in jenen Unternehmen aus, die Gleichstellung bereits praktizieren. Dort wo
Gleichstellungsmaßnahmen deutlich auf die Verbesserung der Situation für Frauen
abzielen, sind zumeist sekundäre Effekte für Männer erkennbar. Männern kommt dabei die
Rolle der Unterstützer' weiblicher Karrierewege zu. Ihre aktive Vaterrolle
ermöglicht der Partnerin beispielsweise einen frühen Wiedereinstieg.
Gleichstellungsmaßnahmen dieser Art formulieren den Nutzen einseitig - thematisiert wird
die Win-Situation' für Frauen, nicht die "Win-Win-Situation" für beide
Geschlechter.
- Fortgeschrittene Gleichstellungspraktiken formulieren den Nutzen für beide
Geschlechter. Für Männer bedeutet dies einerseits Reduktion der männlichen Dominanz im
Unternehmen, und es bedeutet eine Verbesserung der Lebenschancen durch die Abkehr von der
Familienernährer-Rolle und Hinwendung zur aktiven Rolle im Bereich der
Reproduktionsarbeit.
Das Ideal einer fairen und partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbsarbeit und
Familienarbeit ist in der Realität schwer umzusetzen. Männer, die Betreuungsaufgaben
übernehmen, repräsentieren eine neue Ausprägung des relationalen', auf die
Partnerschaft bezogenen Geschlechts, das dem traditionellen Organisations-Geschlecht im
Unternehmen gegenübersteht. Diese erzeugt Spannung innerhalb der Organisation, und es
drängt zur Veränderung der Organisationsstrukturen. Der Prozess der Veränderung steht
aber erst am Anfang.
Männer als relevante Zielgruppe für die Gleichstellungspolitik
Männer und Frauen sind in einem Gender System organisiert und aufeinander bezogen.
Veränderungen auf Seiten der Männer haben Effekte auf Frauen und umgekehrt. Wir
plädieren für die Einbindung von Männerpolitik und männerbezogener Maßnahmen in die
Strategie des Gender Mainstreaming. Das vorhandene Potential, das in dieser Verbindung
liegt, ist bislang kaum wahrgenommen oder aufgegriffen worden. |
| Rolle des Forschungsbüros |
- Mitarbeit in allen Arbeitspaketen
- Management des psychologischen Arbeitspaketes "Towards a New Positioning of
Men"
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| Durchführung |
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| Ansprechperson |
Mag.a Elli Scambor, Tel. (0699) 12
63 08 24, E-Mail: elli.scambor@gmx.net |
| KooperationspartnerInnen |
- Dissens e.V., Berlin - Deutschland
- University of National and World Economy, Sofia - Bulgarien
- Bar Ilan University, Ramat Gan - Israel
- Work Research Institute, Oslo - Norwegen
- Universitat Autonoma de Barcelona - Spanien
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| Koordination |
Dissens e.V., Berlin - Deutschland |
| Laufzeit |
September 2001 bis August 2004 |
| FördergeberInnen |
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Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur |
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Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abt. Wirtschaft, Finanzen und
Telekommunikation
Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abt. Wissenschaft und Forschung |
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Co-funded by the 5th Research Master Program of the European Union |
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| Link |
http://www.work-changes-gender.org |
| Veröffentlichungen |
Die Forschungsergebnisse wurden auf vielen Wegen verbreitet: Buch
Gärtner M./ Puchert R./ Höyng S. (Hrsg.) (2005). Work Changes Gender. Men and
Equality in the Transition of Labour Forms. Leverkusen-Opladen: Barbara Budrich.
Zahlreiche Medienberichte zu den Projektergebnissen und den
Themenschwerpunkten "Väterkarenz" und "Männer und Kinderbetreuung",
in Printmedien und Radio, z.B. Sommer 2004:
- 10.6.2004: Kurier Bundesländer (Stmk./Kärnten/OÖ/Salzburg): "Nur zwei Prozent
der steirischen Väter beanspruchen Väterkarenz"
- 19.6.2004: Die Steirische: Leserbrief: "Vater werden ist nicht schwer ..."
- 25.6.2004: Woman: Leserbrief: "Väterkarenz"
- 30.6.2004: Neues Volksblatt OÖ: Leserbrief: "Väterkarenz"
- 10.7.2004: Salzburger Nachrichten: "Karenz in weiter Ferne"
- 17.7.2004: Kurier österreichweit: "Angst vor finanziellen Einbußen und
Jobverlust"
- 28.8.2004: Kleine Zeitung Steiermark/ Kärnten: "Vatersein als Vollzeit-Job/ Allein
unter Müttern/ Das Vorzeigeprojekt"
- 12.9.2004: Neue Vorarlberger Tageszeitung: "Vatersein als Vollzeit-Job/ Allein
unter Müttern/ Das Vorzeigeprojekt"
Buchartikel
in Vorbereitung und Druck:
- Für die englischsprachige Monographie "Men at Work in Europe" (erscheint
voraussichtlich bei Leske+Budrich)
- 2 Fachbuchbeiträge in Deutsch
Artikel in Zeitschriften und auf der Homepage, z.B.:
Präsentationen
- Präsentation der WCG-Zwischenergebnisse im Rahmen der Fachtagung Gender
Mainstreaming im ESF - von der Theorie zur Praxis. Zwischenbilanzen und
Perspektiven der Umsetzung in der österreichischen Arbeitsmarktpolitik (Workshop
"Neue Mannsbilder am Arbeitsmarkt?") am 16. September 2003 in Wien.
- Präsentation der Ergebnisse im Rahmen der Tagung "working father" -
Männer zwischen Beruf und Familie. Eine Veranstaltung der ÖGIF
- Österreichischen Gesellschaft für interdisziplinäre Familienforschung in Kooperation
mit dem Institut für Psychologie der Universität Wien (Workshops
"Aktive Vaterschaft und männliche Identität"; "Aktive Vaterschaft -
stützende und hemmende Faktoren"). Universität Wien, 13.-14.11.03.
- Teilnahme bei Arbeitskreisen im BMSG - "IYF+10" (10-jähriges
Jubiläum des Internationalen Jahres der Familie 1994), 2003/2004.
- Vorstellung des Projekts im Seminarzentrum des ÖGB in Wien, 8.3.04.
- Präsentation der Zwischenergebnisse im Rahmen eines Gender
Mainstreaming-Seminars am BFI Steiermark, am 17.03.04.
- Ergebnispräsentation bei den österreichischen Männertagung 2004 in
St. Georgen, Kärnten, 29.4.04.
- Internationale Ergebnis-Konferenz in Sofia, Bulgarien, mit zahlreichen
Teilnehmer/innen aus West- und Osteuropa. Aus Österreich nahmen u.a. Renate Frank (AMS
Steiermark) und Martin Auer (Universität Innsbruck) teil, aus Deutschland u.a. Michael
Meuser, Carol Hagemann-White, Thomas Gesterkamp. Sofia, 2.-4.5.04.
- Work-Life-Balance Club, R. Kummer-Insititut Wien, 17.6.04, auf
Einladung des Projekts "Kinderkram und Elternwirtschaft".
- Präsentation der Projektergebnisse und Podiumsdiskussion durch
research@maennerberatung.at beim Forum Barcelona 2004, "Living and
Living Together. Women's World Forum", Dialogues. Barcelona, Spanien, 29.-31.7.04.
- Internationale Tagung (Tschechien, Deutschland und Österreich) im
Rahmen der transnationalen EQUAL-Partnerschaft "Wege zur Arbeit",
Thema: "Geschlechter-Chancengleichheit & Nachhaltigkeit" vom 19. - 20.
Oktober 2004 in Gmunden/OÖ.
- Tagung im Rahmen von gendernow, der regionalen Koordinationsstelle zur
Umsetzung von Gender Mainstreaming des niederösterreichischen Beschäftigungspaktes,
10.11.2004 in St. Pölten/ Niederösterreich mit dem gendernow-Tätigkeitsschwerpunkt
"geschlechtssensible Berufsorientierung".
- Fachtagung AN-EIN-AUS-SICHTEN zur Vereinbarkeit von Beruf und
Privatleben, ausgearbeitet vom nationalen Netzwerk der EQUAL-Entwicklungspartnerschaften:
Equalize, Frauen und IKT im Burgenland, fempowerment, F&Mpower. In Zusammenarbeit mit
dem Land Kärnten, der Universität Klagenfurt, Interessensvertretungen, Betrieben und Non
Profit Organisationen in Kärnten. 18.11.2004, Villach.
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