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Die Prostata (Vorsteherdrüse) erzeugt ein Sekret, das für die Beweglichkeit der Samenfäden notwendig ist. Die Prostata ist kastaniengroß, beginnt aber ab dem ca. 40. Lebensjahr bei nahezu jedem Mann zu wachsen. Grund dafür ist höchst-wahrscheinlich eine hormonelle Verschiebung.

Diese "gutartige" Vergrößerung der Prostata erzeugt vor allem Probleme beim Harnlassen. Als Standardtherapie zur Beseitigung dieser Vergrößerung gilt nach wie vor ein Eingriff durch die Harnröhre, das so genannte "Aushobeln", aber in Frühstadien ist auch eine medikamentöse Therapie möglich.

Wurde jedoch Prostatakrebs diagnostiziert, so gibt es abhängig von Fortschritt und Größe des Krebses, sowie Alter und Gesundheitszustand des Patienten verschieden Methoden der Behandlung: radikale Entfernung der Prostata, Bestrahlungstherapie oder Hormonbehandlung.

Der Prostatakrebs ist zwar der häufigste bei Männern, aber auch jener mit der größten Heilungschance, wenn er rechtzeitig erkannt wird.

Deswegen: Ab dem 45. Lebensjahr 1-mal jährlich zur Prostatauntersuchung.

Diese Untersuchung besteht aus einer Abtastung der Prostata und der Bestimmung des PSA-Wertes. Warten Sie nicht mit der Untersuchung, bis Sie Probleme haben. Das kann zu spät sein, denn Prostatakrebs im Frühstadium erzeugt absolut keine Probleme. Je früher eine notwendige Behandlung erfolgt, umso größer sind die Heilungschancen, und umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nicht an den Folgewirkungen einer Behandlung, wie z.B. Inkontinenz oder Erektionsproblemen, leiden werden.

Bestehen Sie vor Ihrer Behandlung auf ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Vertrauensarzt (wenn möglich in Begleitung Ihrer Partnerin). Wenn Sie dann noch immer unsicher sind, holen Sie eine zweite Meinung ein und wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe, in der Sie Männer finden, die über Ihre Erfahrungen berichten können.

Häufig gestellte Fragen

Was ist überhaupt ein PSA-Wert, und wie hoch sollte er sein?

PSA ist ein Eiweiß, das von allen Zellen des Drüsengewebes der Prostata gebildet wird. In Österreich wird wie in vielen anderen Ländern Mitteleuropas auch, bei der Bewertung des PSA-Wertes, das Lebensalter herangezogen. Normalwert sind hierbei:

Alter (Jahre) PSA (ng/ml)
bis 50 bis 2,5
51-60 bis 3,5
61-70 bis 4,5
ab 71 bis 6,5

Jeder PSA-Wert, der höher als der Grenzwert ist, bedarf einer genaueren Abklärung. Allerdings bedeutet nicht jeder erhöhte Wert auch zwingend die Diagnose Prostatkrebs.

Meine Prostata wurde bereits entfernt. Bei einer Nachkontrolle ist jetzt erneut ein PSA-Wert von 0,1 festgestellt worden. Ist das bedenklich?

Die Angaben schwanken oft je Messstelle zwischen 0 oder 0,01 bis 0,1. Wichtig ist die Ermittlung immer beim selben Labor zu tätigen, da so messspezifische Unterschiede vermieden werden können. Auf alle Fälle ist erst ein Wert ab 0,4 beachtenswert und vom Arzt abzuklären.

Was heißt Nerven schonend operieren?

An beiden Seiten der Prostata verlaufen auch die Nervenstränge, die für die Erektion wesentlich sind. Je Nach Größe und Fortschritt der Krebserkrankung müssen diese Nervenstränge bei der Operation mit entfernt werden, oder sie können bei geringem Krebsfortschritt erhalten bleiben. Deswegen: Regelmäßige Untersuchung, denn je früher der Krebs erkannt wird, und je weniger fortgeschritten er ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Nerven schonenden (Potenz erhaltenden) Operation.

Betroffene erzählen

T.A.

Alljährliche Untersuchung: Bei der Gesundenuntersuchung bei meinem Hausarzt hatte ich einen PSA-Wert von 4,02; diesen Wert hatte ich schon 4 Jahre lang mit kleinen Abweichungen von 3,8 - 4,08. Mein Hausarzt rät mir einen Urologen zu besuchen. Der Urologe tastete mit dem Finger meine Prostata ab und stellte eine Verhärtung fest, was zur Folge hatte, dass ich eine Biopsie machen musste. Der Arzt rief mich zu sich, um mir das Ergebnis mitzuteilen.

Der Befund war für mich erschreckend!!! Der Urologe sagte mir, dass ich Krebs habe !!! Es war auch meine Gattin anwesend, wir waren so schockiert, dass wir gar nicht feststellen konnten, was eigentlich passiert war. Es gab auch gleich einen OP-Termin. Von der Aufklärung über die OP und ihre Folgen bekamen wir gar nichts mit. Wir fuhren nach Hause und redeten die halbe Nacht über den Krebs und wie lange ich noch leben werde. Wir telefonierten mit unserer Tochter und erzählten ihr, dass ich Prostatakrebs habe. Es war einige Zeit still am Telefon. "Papa", sagte sie, "wir suchen einen zweiten Urologen, der eine neue Untersuchen macht". - Leider war dann das Ergebnis gleich, das heißt also operieren.

Der Urologe schilderte uns, was bei der OP alles gemacht wird, dass es nochmals eine Untersuchung gibt, wie weit der Krebs fortgeschritten ist, ob die Lymphknoten angegriffen sind, ja oder nein. Wenn ja, so werden sie mit entfernt. Nach der Entfernung der Prostata wird die Harnröhre mit der Blase wieder vereinigt, sodass die Blasenentleerung auf normalem Wege möglich ist. Nach der OP kann es zu Harnverlust kommen. Diese Störung kann durch gezieltes Beckenbodentraining behoben werden. Bei der OP kann es auch zur Verletzung des Nervenstranges kommen, was eine Einschränkung oder den Verlust der Erektionsfähigkeit zur Folge hat. Ich entschied mich für die Operation. Es wurden noch Voruntersuchungen für die OP-Tauglichkeit gemacht. Am 17. März war es soweit, das Krankenhaus verließ ich am 27. März in sehr guter Verfassung. Ich brauchte nach 10 Tagen keine Einlagen mehr, meinen Harn konnte ich halten.

Bei der Sexualität veränderte sich manches. Ich hatte mit meiner Partnerin ein offenes Gespräch und wir haben durch Zärtlichkeit und Einfühlungsvermögen wieder zu unserem Sex gefunden. Ohne meine verständnisvolle Frau wäre das nicht möglich gewesen. Ich möchte mich bei meiner Familie nochmals bedanken für die Unterstützung während meiner Krankheitszeit, es war nicht immer einfach mit mir.

Eine große Umstellung meines bisherigen Lebens war es schon. Bewusstere Ernährung, mehr Bewegung, das Umfeld mit anderen Augen sehen. Dadurch habe ich auch einen anderen Blick für das Leben bekommen. Heute habe ich einen PSA-Wert von 0,03 und bin wieder gesund.

Durch die Zeitung erfuhr ich von der Prostata-Selbsthilfegruppe in Leoben und besuchte sie. Mir wurde klar, da musst du mitarbeiten, um andere Betroffene über die schwere Zeit nach der OP zu helfen - durch Gespräche und dass der jeweilig Betroffene über sein Problem reden kann.

Wenn man z.B. merkt, dass der Harndrang in immer kürzeren Abständen erfolgt, soll man unbedingt zu einem Urologen oder zum Hausarzt gehen und sich untersuchen lassen. Sie können auch zu uns kommen und über Ihr Anliegen reden, denn von uns hatte jeder schon das gleiche Problem. Den Arztbesuch ersparen Sie sich sicher nicht !!! Sie können nur Tipps von uns bekommen, was wir als Betroffene in dieser Situation unternommen haben.

Ab dem 40. Lebensjahr soll man mit der Prostatauntersuchung unbedingt beginnen. Wenn man bedenkt, dass sich die Frauen viel früher untersuchen lassen, muss man feststellen, dass wir Männer sehr schamhaft agieren. Wir haben alle möglichen Ausreden und Erklärungen um eine Untersuchung hinauszuschieben. In Österreich sind ca. 30 - 35% der Männer von Prostataleiden betroffen, die Krankheit ist heimtückisch, da keinerlei Schmerzen auftreten.

Ich hoffe, dass mein Beitrag ein Denkanstoß ist und Sie sich wagen in die Selbsthilfegruppe zu kommen um ein Gespräch zu führen.

T. A., 25. Aug. 2006

T.B.

Seit 1995 machte ich jährlich eine Gesundenuntersuchung. Im Frühjahr 2005 machte ich wieder eine Gesundenuntersuchung bei meinem Internisten Dr. Frodl in Leoben. Es wurde damals festgestellt, dass bei mir die Gallenblase entfernt werden sollte. Die Gallenblase wurde mir im März 2005 im Landeskrankenhaus Leoben entfernt. Mir wurde damals mitgeteilt, dass mein PSA-Wert für mein Alter zu hoch wäre. Der Wert lag bei 2,79 es wurde aber vom LKH Leoben nichts unternommen.
Da bei mir damals bei der Gastroskopie festgestellt wurde, dass der Schließ-muskel der Speiseröhre undicht sei, kam es im Dezember 2005 zu einer weiteren Operation. Auch im Dezember 2005 war der PSA-Wert erhöht 3,8. Ich wurde dann in der Urologie des Landeskrankenhauses Leoben untersucht. Es wurde die Prostata abgetastet und für walnussgroß befunden. Weiters wurde mir empfohlen eine Stanzoskopie in der Ambulanz zu machen. Die Stanzoskopie wurde im Februar 2006 gemacht. Nach einer Woche stand das Ergebnis fest, ich hatte Prostatakrebs.

Die Operation wurde im März 2006 im Landeskrankenhaus Leoben durchgeführt. Mir wurde die Prostatakapsel komplett entfernt, da beide Prostatalappen angegriffen waren. Es sei nichts außerhalb der Prostatakapsel gegangen, und ich wurde Nerven schonend und Potenz erhaltend operiert, wurde mir mitgeteilt. Am nächsten Tag wurde mir die Diagnose mitgeteilt: Adenokarzinom der Prostata pT2c N0 Gleason-Score 6, R0

Der Spitalsaufenthalt dauerte 2 ½ Wochen. Anschließend musste ich täglich meinen Schließmuskel der Blase trainieren, um meine Harninkontinenz wieder in Griff zu bekommen. Mir wurde nach der Operation nämlich ein Katheder in den Penis gesetzt. Diesen Katheder hatte ich bis einen Tag vor dem heimgehen. Anfangs musste ich Einlagen tragen, aber nach 2 Wochen hatte ich meine Harninkontinenz wieder im Griff.

Es wurde mir vom Landeskrankenhaus empfohlen Cialis 2x wöchentlich einzunehmen. Dies hätte den Vorteil das die Nerven nach der Operation angeregt werden und es eher zu einer Erektion kommen würde.

Cialis wird von mir eingenommen, es stellen sich aber nur fallweise leichte Erektionen ein. Leider wird Cialis von der Krankenkasse nicht bezahlt. Eine Packung Cialis mit 4Stk. kostet 80 Euro und reicht für 2 Wochen. Es entstehen mir Kosten im Monat von 160 Euro nur für Cialis.
Nach dem ich dem Landeskrankenhaus mitteilte das Cialis bei mir nicht hilft, wurde mir eine Vakuumpumpe für 14 Tage zur Verfügung gestellt. Mit der Vakuumpumpe ist es mir möglich eine bessere Erektion zu erreichen. Weiters kann ich die Schwellkörper meines Penis trainieren, was nach der Operation sehr wichtig sei.
Diese Vakuumpumpe der Marke " Osbon Erec Aid-Sytem Esteem " kostet 600 Euro und wurde mir auch vom Landeskrankenhaus Leoben verordnet, und von mir bei der Betriebskrankenkasse eingereicht.

Nach der Prostataoperation tritt bei mir eine völlig neue Situation ein, und es standen sehr viele Fragen an. Aber an wem sollte man sich wenden?

Vom Landeskrankenhaus Leoben wurde mir empfohlen die Physiotherapie aufzusuchen. Was ich auch tat, um mich etwas aufzuklären. Mir wurde von der Physiotherapie mitgeteilt doch die Selbsthilfegruppe der Männerberatung Obersteiermark von Herrn Wolfgang Adelmann am Mareckkai 6 in Leoben aufzusuchen. Was ich auch sofort tat, und von mir auch regelmäßig besucht wird. Ich finde diese Einrichtung für sehr wichtig, da sich Menschen nach einer bevorstehenden oder getätigten Operation mit betroffenen Menschen ihre Meinungen austauschen können. Mir wurde dadurch auch geholfen, und kann es nur weiter empfehlen.

T.B., 18. Okt. 2006

Termine (Vorträge)

Unsere Gruppe wird von Hrn. Prim. Dr. Thomas Colombo, Leiter der Urologie im LKH Leoben mit medizinischem Rat unterstützt. Ca. zweimal jährlich kommt er auch zu uns, und steht jedermann für medizinische Anfragen zur Verfügung.

Kontakt

Männerberatung Obersteiermark: Tel. (0699) 126 30 802

Selbsthilfegruppe "Prostata": Tel. (0664) 15 12 321
E-Mail: prostata@maennerberatung.at

 

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